Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Land und Leute.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Jun | ||||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 28 | 29 | 30 | 31 | |||
30.5.2010 von HB.
Das Städtchen Campos (über 9.000 Einwohner) liegt an der Südküste von Mallorca- nur 9 km vom Traumstrand Es Trenc entfernt. Es ist umgeben von prächtig gedeihenden Gärten und fruchtbaren Feldern. Hier wird erfolgreich Viehzucht betrieben. Ein besonderes Highlight sind die Käsereien in und um Campos. Vor allem samstags, wenn sich tausende Besucher über den quirligen Markt drängen und die zahlreichen Obst- und Gemüseprodukte bewundern und kaufen, öffnet die Stadt ihr Herz. Man trifft sich zu einem Espresso mit leckeren Empanadas und Ensaimadas in der inselweit berühmten Bäckerei Pomar oder in vielen anderen Bars und Cafes in den wundervoll begrünten und kunstvoll beschatteten Hinterhöfen. Nicht zu übersehen ist die Kirche Sant Julian - ein Bauwerk von 1248 – in dem sich auch das Gemälde „Es Santo Christo de la Pacienca“ von Murillo und ein gotischer Altar befinden. Auch das im Renaissancestil erbaute Rathaus “Casa Consistorial” an der Plaça Major ist schon wegen des intelligent integrierten Verteidigungsturms einen Besuch wert. Selbst Reste der römischen Kultur blieben erhalten. Man findet sie im Herrenhaus Es Pulmar und im Kurhaus San Joan de la Font Santa. Außerhalb des Ortes wurden einige Windräder aufwendig restauriert. Sie werden noch heute zur Bewässerung der Felder eingesetzt.
Erlebnisreich sind Ausflüge zur Käserei Son Burguera – sie liegt an der Straße nach Colonia de Sant Jordi kurz vor dem Abzweig nach Ses Salines und zum Botanicactus, dem größten botanischen Garten Europas mit einer einzigartigen Kakteensammlung. Auf der Strasse von Campos zum Naturstrand Es Trenc sollte man einen Zwischenhalt in den Lagunen von Salobrar einplanen- ein Tal mit salzhaltigem Wasser. Hier leben Kormorane, Störche und verschiedene Entenarten – ein kleines Paradies für Ornithologen.
Geschrieben in Städte und Dörfer, Land und Leute | Keine Kommentare »
5.4.2010 von HB.
Wer den nordeuropäischen Winter vergessen und entspannt in ein rosaweißes Blütenmeer eintauchen will, kann sich diesen Traum von Mitte Februar bis Mitte März auf Mallorca erfüllen. Dann verzaubern Millionen blühende Mandelbäume die reizvolle Landschaft der Mittelmeerinsel. Wir steigen im Dorf Sineu auf das Rad und nehmen die Landstraße nach Llubi. Man muß nicht viel treten, denn es geht leicht bergab. In der Ferne türmen sich die Gipfel der Tramuntana vor einem strahlend blauen Himmel auf. Links und rechts hinter den Steinmauern entfaltet sich das Naturschauspiel. Ein lieblicher Duft begeistert die Sinne. Schmetterlingen ähnlich schweben die Blüten durch die Lüfte.
Am nächsten Tag wandern wir die Trockenmauerroute GR 221 von Deia nach Soller. In der Sonne wirken die hundert Grüntöne der Oliven- und Orangenhaine besonders kräftig. Und dann erstrahlt vor dem tiefblauen Meer plötzlich ein Mandelbaum ganz in weiß. Unvergessliche Eindrücke!
Wer eine Autotour bevorzugt, sollte die Route von Andratx über Es Capdella
nach Calvià wählen. Vor der beeindruckenden Bergkulisse wirken die
Mandelhaine besonders attraktiv.
“Das beste Aroma haben die rosefarbenen Mandelblüten”, meint Miguel Angel Benito aus Pont d’Inca. Er muß es wissen, denn mit seinem Bruder Sebastian stellt er das “Flor d’Ametler” her, das einzigartige Mandelbaumparfüm der Insel. Für die Herstellung werden etwa 200 000 Blüten benötigt - alle von Hand gepflückt. Das Rezept für das Duftwasser stammt noch aus den 30er Jahren und wird sorgsam gehütet. Mehr dazu auf http://www.flordametler.com.
Die mallorquinische Mandelwirtschaft ist kein einträgliches Geschäft. Gegen die kalifornischen Massenproduzenten kann sie sich auf dem Weltmarkt nur
schwer behaupten, denn auf Mallorca ist die Ernte in der Regel Handarbeit. Im
Spätherbst werden die reifen Früchte mit langen Stangen von den Bäumen
geschlagen, in einem Netz gesammelt und weiter von Hand verarbeitet. In
Kalifornien wird maschinell geerntet und verarbeitet. Dank ausgiebiger
Düngung und Bewässerung können dort auf einem Hektar Anbaufläche 1000
Kilogramm Mandeln geerntet werden. Das Ergebnis sind relativ
geschmacksneutrale Normmandeln. Den Qualitätsvergleich muß die
mallorquinische Mandel darum nicht fürchten. Wegen ihres höheren Fett- und Zuckergehalts entfaltet sie einen unvergleichlichen Geschmack. Wer
garantierte Qualität sucht, sollte auf den Markennamen „Ametla Mallorquina“ achten. Dahinter steht die „Vereinigung zur Förderung der Mallorquinischen andel“, der 3.000 Bauern angehören.
Auch in der heimischen Küche wird die Mandel vielfältig eingesetzt. Auf der
Speisekarte in den dörflichen Restaurants findet man zum Beispiel süße
Köstlichkeiten wie der Mandelkuchen “Gato de Almendra”. An heißen Tagen ist das Mandeleis sehr beliebt. Schließlich werden in zahlreichen Läden der Insel Mandellikör, Mandelcrème, Mandelkonfitüre, kandierte Mandeln und Mandelöl angeboten.
Geschrieben in Land und Leute | Keine Kommentare »
5.4.2010 von HB.
Umrahmt von majestätisch aufragenden Bergmassiven liegt idyllisch eingebettet das Städtchen Soller in einem Talkessel. Im Frühjahr erfreuen sich die Besucher über den Rausch aus einer Vielzahl von Grün-, Gelb- und Orangetönen. Und wer die betörenden Duftnoten der blühenden Orangenbäume einfangen will, sollte mit der historischen Straßenbahn – bisweilen auch als „Orangen- Express“ bezeichnet – von der Plaça de sa Constitució, dem Hauptplatz von Sóller, mit den offenen Sommerwagen in den Hafen fahren.
Im Umfeld der Stadt wurden etwa 120 000 Orangenbäume angepflanzt. Das klimatisch besonders geeignete „Tal des Goldes“ wird durch den Wasserreichtum des Tramuntana Gebirges begünstigt. Hier gedeihen die schmackhaftesten und besten Sorten der Insel. Die meisten werden auf den Wochenmärkten zum Kauf angeboten.
Doch Orangen wachsen nicht nur in Soller. Wer über die Insel fährt, entdeckt überall kleinere oder größere Orangenhaine. Leider vergammeln einige dieser edlen Früchte auf der Erde. Das hat einen einfachen Grund: abernten, transportieren, Baum- und Bodenpflege plus Wässern verschlingen höhere Kosten als der erzielbare Preis.
Nur langsam wird die Frucht von der Tourismusbranche entdeckt, denn Orangen sind - wie das Beispiel Soller zeigt - zweifellos auch ein Kulturgut der Insel. Vor allem aber: die Orangenblüte folgt beinahe nahtlos der Mandelblüte.
Tipps für den Einkauf auf Mallorcas Märkten:
Die Valencia Late hat ein mittelgroßes elliptisches Blatt und weiße, stark duftende Blüten. Die Früchte sind rundlich und das hellorange saftige Fleisch schmeckt angenehm süß-sauer. Vorteil: nur wenige Kerne. Reifezeit auf Mallorca: November bis Juni.
Die Navel Late ist wegen der weiteren kleinen Frucht innerhalb der Hauptfrucht leicht zu erkennen( „Navel“ ist das englische Wort für Nabel). Diese Orange ist mittelgroß mit fester Schale, das Abschälen ist mitunter beschwerlich, doch ist sie gelöst wird man mit einem sehr feinen Fruchtfleisch und einem hohen Zuckeranteil belohnt. Auch diese Orange hat nur wenige Kerne. Reifezeit auf Mallorca: Februar bis April.
Canoneta. Diese für Soller typische Orangenart ist süß, hat mit 55 Prozent einen hohen Saftanteil und schmeckt wundervoll. Sie ist relativ klein und hat eine dünne Schale. Geerntet wird von Ende Februar bis Mai. Aus den Schalen wird der Likör Angel D’Or hergestellt.
Geschrieben in Land und Leute | Keine Kommentare »