Archive für 14.8.2010

Restaurante Porxada de sa Torre


Manche Restaurants sind schwer zu finden. Dieses kann man nicht übersehen, denn einen attraktiveren Standort kann es kaum geben. Das Porxada de sa Torre liegt unmittelbar am Torre de Canyamel, einem massiven, zinnenbekrönten Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert, der majestätisch in die Landschaft hineinragt. Vor einigen Jahren saß man an langen Tischen und musste auf unbequemen Holzbänken Platz nehmen. Jetzt speist man an gut platzierten Tischen mit gemütlichen Stühlen. Nur das agrarisch geprägte Ambiente ist geblieben: Heuwagen, auf denen sich Knoblauchknollen türmen, Pferdegeschirr und Mühlsteine. Obwohl wir nicht reserviert hatten, bekamen wir noch einen Fensterplatz, doch das klappte wohl nur, weil wir pünktlich zur Öffnungszeit um 19:00 Uhr dort waren. Das Restaurant ist sehr beliebt, denn die restlichen Tische füllten sich rasch. Dennoch hatte das gut eingespielte Kellnerteam alles perfekt im Griff, wirkte dabei überhaupt nicht gestresst und war immer zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle- für ein Restaurant dieser Größe schon ein Kunststück.

 

Vorspeise: Die Dame bestellte Kroketten mit Spinatfüllung, der Herr einen Tomatensalat. Die Füllung bestand tatsächlich aus dem wohlschmeckenden Gemüse und nicht aus Kartoffelpamps aus der Tüte. Der Teller mit den frischen Tomaten, Zwiebelringen und einigen Paprikaringen war riesig. Hauptspeise: Wir waren auch gekommen, weil der Herr endlich mal die Spezialität des Hauses, nämlich Spanferkel vom Holzkohlegrill, probieren wollte. Die Dame entschied sich für ein Steinbutt - Filet. Pommes wollten wir beide nicht als Beilage sondern gegrilltes Gemüse. Zwei Spanferkel-Stücke wurden serviert- eines mit Kruste und frisch vom Grill, das andere war ein Filet-Stück ohne Kruste, doch leider schon etwas erkaltet. An der Qualität und der Menge gab es nichts auszusetzen, die Kruste ist Geschmackssache, obwohl das Fett völlig ausgebraten war. Das Gemüse (Bohnen, Erbsen und Pimientos de Padron ) war leider nicht gegrillt sondern gekocht. Die geschmackliche Harmonie mit dem Spanferkel war nicht optimal. Das Steinbuttfilet war riesig, doch wir rätselten, wie es zubereitet worden war. Offensichtlich wurde es gedämpft und anschließend auf einer Seite in der Pfanne gebraten. Der Geschmack war okay. Dazu gab es gegrilltes Gemüse in Form von Champignons, Paprika und einer Scheibe Birne. Satt sind wir geworden, aber es ist klar: Dies ist kein Platz für Gourmets sondern für Hungrige, die keine Raffinessen erwarten und es gewohnt sind, dass ohne Gewürze gekocht wird. Doch dann kam das Dessert. Der Herr bestellte einen Brownie, die Dame Pina natural. Letztere hatte noch nicht die volle Reifestufe und manch einem Stück fehlte es an Saft. Doch der Brownie mit Eis und Sahne war eindeutig die Offenbarung. Als die Rechnung kam, waren wir nicht enttäuscht: 66,70 Euro inclusive einem Macia Batle rose, einem Wasser und einem Torres 5 als Absacker gehen voll in Ordnung (HB)

 


Bewertung:

Ambiente: agrarisch geprägt. Service: sehr nett, aufmerksam und flexibel. Punkte: 4 von 10.

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