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24.7.2010 von HB.
Von Horst Buchwald
Weder auf Mallorca noch sonstwo in Europa findet die Ma- 2141 ihresgleichen. Sie ist 14 Kilometer lang und windet sich in endlosen engen Kurven mit ausnahmslos atemberaubenden Ausblicken auf Meer und Bergmassive bis hinunter in die Sa Calobra Bucht. Dies ist insbesondere in den Sommermonaten kein Geheimtipp mehr, weil zahlreiche Buskarawanen mit Touristen die Serpentinen hinabschleichen. In der Nebensaison hingegen liegt die Natur dem Besucher einsam zu Füßen. Der Höhepunkt der Abfahrt ist zweifellos der Krawattenknoten- eine Kehre von 270 Grad. Die nächste Attraktion heißt Cavall Bernat. Hier führt die Straße zwischen steil aufragenden Felswänden hindurch. Wer sich Zeit lässt und geduldig beobachtet, entdeckt zwischen den Felsen und in den Lüften garantiert Wanderfalken und Fischadler.
Unten angelangt, führt ein schmaler Weg durch beleuchtete Tunnel in ein weites, offenes Tal mit einer kleinen Kiesbucht. Hier mündet der Torrent de Pareis ins Meer. Beidseits der Bucht ragen bizarre Felsen gen Himmel. Der Strand Platja de Torrent de Pareis ist nur 25 Meter lang und etwa 30 Meter breit. Oberhalb des Strandes befindet sich eine Schiffsanlegestelle. Hier legen Boote an, die von Port de Soller kommen- eine weitere Möglichkeit, an diesen wundervollen Ort mit dem bergkristallklaren eiskalten Wasser zu gelangen.
Wer das Abenteuer liebt und ein geübter Kletterer ist , kann - mit viel Wasser und einer Top-Ausrüstung versehen – nur an absolut trockenen Tagen zum Restaurant Escorca an der MA-10 zwischen Sóller und Pollença fahren, denn hier beginnt der Abstieg in die Erosionsschlucht Torrente de Pareis. Es ist keine Wanderung, weil während des Abstiegs mindestens drei gewaltige Felsen er- und umklettert werden müssen. Auch Rutschtouren hinab über mehrere Meter auf dem Hosenboden lassen sich nicht vermeiden. Manch einer hat hier schon die Orientierung verloren. Beinahe jährlich sind schwer Verletzte oder Tote zu beklagen. Dies sind deutliche Hinweise darauf, dass man sich die Tour nur zumuten sollte, wenn der Körper in einem topfitten Zustand ist.
Die Schlucht des Torrent de Pareis wurde mit Teilen der Schluchten des Torrent de Lluc und des Torrent des Gorg Blau im Jahre 2003 zum Naturdenkmal erklärt. Außerdem ist die Landschaft ein Vogelschutzgebiet. Es gibt etwa 300 Pflanzenarten, wovon 10 Prozent nur auf den Balearen vorkommen.
Ein ganz besonderes Highlight ist im Juli das Schlucht – Konzert des Londoner Quartetts Cantabile.
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15.7.2010 von HB.
Von Horst Buchwald
Seit Februar diesen Jahres ist das Bergdorf Orient Mitglied im Memorial-Club und damit ein Bien de interés cultural (BIC). Der Dorfkern steht unter Denkmalschutz, doch ungeteilte Zustimmung erhielten die Initiatoren des 20 Mitglieder umfassenden sociedad d´Orient nicht. Einige Dorfbewohner klagten, nun würden die Genehmigungen für Umbauten länger dauern, weil die Denkmalschutzbehörde sich einschalte. Doch die Befürworter überraschten mit konkreten Plänen. Nun würde die Gemeinde eingestürzte Mauern reparieren und endlich könnte auch der bisher nicht-öffentliche Weg zum Wasserfall Torrent de Coanegra legalisiert und offiziell für Besucher zugänglich zu gemacht werden.
Andere Bewohner träumten vom Weltkulturerbe. Würde die phantastische Gebirgslandschaft der Serra de Tramuntana diese Auszeichnung erhalten, gäbe es Subventionen und mit denen könne man die Landschaft um Orient pflegen und bewirtschaften. Schließlich gehöre die Erde zwischen der Serra d´Alfàbia und dem Puig d´Alaró zu den fruchtbarsten der Insel.
Auch aus diesem Traum könnte schon bald etwas werden. Am 14. Juli setzte der amerikanische Schauspieler Michael Douglas auf der Finca Son Marroig seine Unterschrift unter eine Solidaritätserklärung. Damit stellte er sich hinter die Bewerbung des Inselrats der Balearen, die darauf abzielt, die gewaltige Hügelkette ab 2011 zum Welterbe der Unesco erklären zu lassen. Insgesamt wurden 11.400 Unterschriften gesammelt und auf einer Facebook- Seite trugen sich mehr als 8.600 Fans der Initiative ein.
In der Bewerbung wird auf die lange Geschichte des einzigartigen Naturraums hingewiesen. Noch heute könnten Wanderer jahrhundertealte Köhlerplätze oder Terrassen aus der Zeit der Araber bewundern.
Auch in Mancor de la Vall hat man schon Erfahrungen mit Denkmalschutz. Die Gemeinde, liegt am Fuße des Suro Berges (644 m hoch). Auf den Terrassen kann der Besucher zahlreiche gut gepflegte Olivenplantagen bewundern. Das beliebtest Ziel ist jedoch eine alte Mühle aus dem 17.Jahrhundert. Sie trägt den Namen “Sa Tafona de Son Morro” und steht unter Denkmalschutz.
Die Altstadt von Alcudia steht schon seit 1963 unter Denkmalschutz, doch erst in den letzten fünf Jahren hat man das Zentrum entsprechend umgestaltet. Zunächst wurden die Hauptstrasse und einige Nebenstraßen zu Fußgängerzonen erklärt. Jetzt können die Besucher in Ruhe die in weiten Teilen gut erhaltene Festungsanlage erkunden, die aus dem 13. bis 14. Jahrhundert stammt. König Jaume II hatte den Bau angeordnet, um die Stadt vor Überfällen zu schützen. Drei Tore in der Mauer führen in den historischen Stadtkern: Xara, Vila Roja und Sant Sebastià.
Beeindruckend sind in der Altstadt auch zahlreiche liebevoll restaurierte herrschaftliche Häuser mit Rundbogeneingang und den Renaissance-Fenstern. Sie wurden zu Ehren des Besuches Kaiser Karls V. eingeführt. Viele sind noch mit Hauswappen geschmückt.
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10.7.2010 von HB.
Wir stehen auf dem Plaza de Espana in Inca und suchen ein Bistro. Schließlich steuern wir auf das „eventia“ zu. Man kommt hier rein und schaut sofort in viele Spiegel an den Wänden, die in diversen Jugendstilformen konstruiert wurden, fühlt sich gleich hingezogen zu den gediegenen dunkelbraunen Rundbänken und Stühlen, die mit dunkelgrünem Leder bezogen sind. Aufdringliche Spots gibt es nicht. Die Atmosphäre ist angenehm entspannt und wird kreativ untermalt durch die Highlights der Jazz- und Blues-Musik, die aus dem Hintergrund sanft ans Ohr klingen. Hier sind Gespräche selbst noch in leiser Tonart möglich. Solch ein auf Weltläufigkeit getrimmtes Ambiente erwartet in dem eher tristen Städtchen Inca kaum jemand.
Der Service des „eventia“- Teams ist aufmerksam, schnell- und die Damen lächeln sogar. Der Cafe con leche hat die richtige Temperatur und das perfekte Aroma. Statt einem Bocadillo entscheiden wir uns für ein getoastetes großes Baguette mit Lachs für den Herren sowie einem Pa Amb Oli mit Lachs für die Dame. Es mundet vorzüglich und wird geschmacklich gut ergänzt durch schwarze und grüne Oliven, in Olivenöl eingelegtem Knoblauch sowie einigen Silberzwiebeln, die auf einem kleinen Teller als Beigabe des Hauses serviert werden. Es ist ein heißer Tag und darum bestellen wir noch zwei Wasser- macht zusammen 18,10 Euro. Nicht ganz billig, aber in dieser Atmosphäre kann man das leicht verschmerzen.
Bewertung:
Ambiente: modern, angenehme Farben für die Augen, Jazz und Blues für die Ohren. Service: aufmerksam und schnell, auch ein Gespräch liegt noch drin. Punkte: 6 von 10.
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7.7.2010 von HB.
Das Restaurant liegt etwas außerhalb von Montuiri direkt an der mehrspurigen Hauptstraße nach Manacor. Abfahrt bei km 29.6 in Richtung Porreres und im Kreisel den Schildern „Can Tomeu“ folgen. Wer einen Riesenhunger mitbringt kommt hier ebenso auf seine Kosten wie der stille Genießer. Das Buffet ist mallorquin geprägt. Vorspeisen: es gibt mindestens vier Salatvarianten. Weiterhin: Muscheln, Gambas, eingelegte Zwiebeln, Oliven, Tomaten, Rote Beete, Paprika und verschiedene Wurst- und Käsesorten. Hauptspeisen: Zunge mit Kapern, verschiedene Fischfilets, Hühnchenkeulen, Sopa mallorquin, Paella und diverse Gemüsemischungen. Nachspeise: Kuchen und Törtchen, Früchtequark, zahlreiche Obstsorten wie Orange, Apfel, Kiwi und Ananas. Alles ist frisch und schmackhaft, die Qualität ist ausgezeichnet. Bier vom Faß ist ebenso gratis wie eine Flasche Wein und eine Flasche Wasser. Ein Cortado kostet 1,20 Euro, ein Cafe Con Leche ebenso. Es ist ein Buffet- und das heißt Selbstbedienung. Preise: 10 Euro pro Person wochentags. Freitagabend: 12 Euro. Samstags: Mittags 12 Euro, am Abend mit Tanz und Musik: 16 Euro. Fazit: Ein kaum noch schlagbares Preis- Leistungsverhältnis.
Bewertung:
Ambiente: großzügige Raumausstattung. Papiertischtücher und Papierservietten. Service: schnell und aufmerksam. Punkte: 5 von 10.
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4.7.2010 von HB.
Es ist kurz nach 19 Uhr und einige Tische, an denen hochbeinige Hocker stehen, sind noch frei in der Pizzeria „Tomassini“. Weil sie gegenüber dem Bahnhof von Sineu liegt, ist sie leicht zu finden. Gewöhnungsbedürftig für ältere Gäste ist sicher die Kinoleinwand, auf der Video- Clips nach MTV- Muster ablaufen. Wir haben gerade bestellt, Ensalada Verde als Vorspeise, danach eine Pizza Vegetariana, als der Lärmpegel steigt- es wird so laut wie in einer Bahnhofshalle. Auch einen Vino de la casa blanco bestellen wir - die nette, ewig lächelnde Bedienung bringt zu unserer Überraschung einen Macia Batle Jahrgang 2009. Das ist zwar nicht der übliche Hauswein, aber mit ¼ Liter für 4,00 Euro sind nicht übertrieben teuer. Der Salat besteht aus vielen Frisėeblättern, reichlich Walnusstückchen, Chicoree, Rucola, fünf dicken Rollen Ziegenkäse und einigen frischen Pfirsichscheiben. Das I-Pünktchen ist jedoch die fein abgestimmte Salatsauce. Die Menge reicht für zwei Personen mit normalem Appetit vollkommen aus. Insgesamt eine perfekte Mischung zur Einstimmung. Auch die Pizza teilen wir uns. Sie ist dünn, knackig und reichlich belegt: Paprika, Zwiebelringe, Knoblauch, Tomaten, Mozzarella und Ziegenkäse. Alle Zutaten sind genau auf den Punkt gegart und somit perfekt für ein angenehmes Geschmackserlebnis. Die Bahnhofshalle vibriert. Alle Gäste sind in guter Stimmung, denn allen schmeckt es hervorragend. Zum Dessert bestellen wir noch einen Brownie mit gemischtem Eis und dazu zwei Cortado. Der Brownie ist keineswegs trocken und man schmeckt auch die Schokolade. Der Cortado bezaubert durch sein frisches Kaffeearoma. Wir haben „Tomassini“ schon viele Male besucht und wurden nie enttäuscht, weil die Qualität immer gleich gut war. Der große Unterschied zur Bahnhofshalle ist, dass man nicht so lange warten muß, bis die Wünsche erfüllt werden denn die Bedienung ist aufmerksam und schnell. Niemand wird bevorzugt, niemand vernachlässigt. Auch der Preis geht mit 34,60 Euro voll in Ordnung.
Bewertung:
Ambiente: gewöhnungsbedürftig für Ältere. Service: aufmerksam und schnell. Punkte: 5 von 10.
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