Archive für April 2010

Ferienimmobilien als Inflationsschutz?

(mallorcabild.de). Thomas Müller, Chefmakler bei Ambiente Baleares in Mallorca, ist überzeugt, dass der Kauf von Ferienimmobilien „ein wichtiger Bestandteil für eine Inflationsschutz-Strategie“ sein kann. Die Reichen hätten dies bereits erkannt und würden entsprechend handeln.

Hintergrund für Müller’s Position ist der „Wealth Report“, den die Citibank und das Beratungsunternehmen Knight Frank veröffentlichen. Daraus geht hervor, wie die High Networth Individuals auf die Wirtschaftskrise reagieren. Ergebnis: Rund ein Drittel ihres Geldes legten sie in Immobilien an (in Europa sogar fast die Hälfte), knapp ein Viertel in Aktien, 17 Prozent in Cash, 13 Prozent in Anleihen.

Mit diesem starken Fokus auf Immobilien dürften die Wohlhabenden nicht falsch liegen. Obwohl es keine verlässlichen Zahlen gibt, steht doch fest, dass dabei Investitionen in Ferienimmobilien einen gewissen Anteil hatten. Schließlich konnten damit bisher höhere Renditen als mit Wohnimmobilien erzielt werden. Beispiel Sylt: Laut einer Studie der Deutschen Bank von 2009 haben sich die Bodenpreise in Kampen in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Der Sylter Immobilienmarkt war keinen besonders zyklischen Schwankungen ausgesetzt, sondern kannte in den letzten Jahrzehnten nur eine Richtung: nach oben. Besonders gut sind die Käufer von Luxusimmobilien gefahren. Deren Preise hätten sich in jeder Dekade annähernd verdoppelt, schreibt die Bank. Eine ähnliche Entwicklung fand auf Mallorca statt, denn die führenden Makler geben für gute Lagen einen Wertzuwachs von bis zu 300 Prozent für die zurückliegenden 10 Jahre an. Zum Vergleich: Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), brachten Investitionen in deutsche Wohngebäude im Zeitraum 1998 bis 2007 einen Realgewinn von 35 Prozent.

Müller glaubt zwar nicht, dass sich die Renditen für Ferienimmobilien auf Sylt und der Sonneninsel im gleichen Tempo weiterentwickeln werden, sieht aber insbesondere im Innern Mallorcas viel Potenzial. „Hier dürften in den nächsten 10 Jahren die erzielbaren Renditen über der von Ökonomen genannten Inflationsrate von vier Prozent liegen.“ Hintergrund: Als Folge der Finanzkrise werden zur Zeit einige viel versprechende Objekte um bis zu 30 Prozent günstiger angeboten als vor zwei Jahren. Müllers Tipp: „Ob im Umfeld von Sineu, Porreres oder Felanitx- hier gibt es derzeit zahlreiche Objekte ohne den so genannten Mallorca- Aufschlag.“

Mietwagen auf Mallorca 2010: Früh buchen


(mallorcabild.de) Wiederholt sich der „Mietwagen-Notstand“ auf Mallorca? Die Lage bleibt sehr angespannt. Vor allem in Spitzenzeiten (erste Hälfte August) gebe es „zu wenig Fahrzeuge“ meint Bernhard Frank, Geschäftsführer von mietwagen-Auskunft.de. Ob Avis, Hertz, Europcar, Sixt oder Hasso - alle rechnen mit einem knappen Angebot. „Grundsätzlich haben alle Anbieter ihre Flotten aufgrund der hohen Fahrzeugkosten reduziert. Mietwagen bleiben also ein relativ knappes Gut“ heißt es bei Europcar. Und Sixt weiß: „Es ist damit zu rechnen, dass die Gesamtflotte 2010 auf Mallorca insgesamt nicht größer sein wird als im Vorjahr, als sie deutlich zurückging“. Hasso-Geschäftsführer Bart Auwerkerken warnt: „In diesem Jahr gibt es noch weniger Autos als 2009.“

 

Wo liegt die Ursache? Einige kleinere lokale Anbieter haben infolge der Wirtschaftskrise Insolvenz angemeldet und sind vom Markt verschwunden. Andere haben Schwierigkeiten mit der Refinanzierung ihrer Vermietflotte.  Hinzu kommt, dass die Mietfahrzeuge generell länger in der Flotte gehalten werden, weil der Gebrauchtwagenmarkt keine attraktiven Spannen mehr hergibt.

 

Angeboten werden Kleinwagen, Mittel- und Oberklasse. Wo drohen Engpässe?

Am stärksten werden Klein- und Kompaktwagen nachgefragt. Hier wird es kritisch.

 

Die Preise sind in den letzten Jahren gestiegen – um bis zu 50 Prozent in einigen Autoklassen. Auch in 2010 dreht sich die Preisspirale. So will Hetz „Preissteigerungen auch in diesem Jahr nicht ausschließen. Wie hoch sie ausfallen werden, lässt sich nicht vorhersagen und wird in hohem Maß vom Wettbewerbsumfeld abhängen.“ Ähnlich kalkuliert Avis: „Wir werden auch 2010 an Preiserhöhungen festhalten, allerdings bei der Durchsetzung darauf achten, dass wir stets wettbewerbsfähig bleiben.“

 

Können Frühbucher Preisvorteile erzielen? Sixt gibt sich optimistisch: „Schnäppchen gibt es noch genügend, man muss nur früh genug buchen.“ Das ist richtig, doch Frühbucher sollten die Angebote sorgfältig vergleichen. Da gibt es z.B. die „Hertz Advance“-Tarife: Wer mindestens 60 Tage vor Reiseantritt im Internet bucht, erhält 25 Prozent Nachlass und bei einer Vorausbuchungsfrist von 30 Tagen gibt es 20 Prozent Rabatt.  Oder Europcar: „wir bieten deutschen Urlaubern aktuell 15% Frühbucherrabatt für ganz Spanien“. Und laut Sixt sind „bis zu 40 % Preisersparnis möglich.“

 

Wer statt Frühbuchen auf Last-Minute-Schnäppchen setzt, dürfte enttäuscht 
werden, meint Frank. Vor einigen Jahren wurden die Preise schon sechs bis 12 Monate 
vor Beginn der Saison zwischen Vermietern vor Ort und Anbietern in Deutschland 
vereinbart. Heute geschieht dies kurzfristig. „Es kommt zu häufigen Änderungen der 
Preise (meist in Form von Preisanstiegen) auch während der laufenden Saison“. 
Dies hänge von der jeweiligen Finanzierungsmöglichkeit vor Ort ab. 
Sein Fazit: Der Frühbucher wird „auf jeden Fall belohnt“. Die Verknappung des 
Angebots hingegen führt zu deutlichen Preissteigerungen im Lastminutebereich.

Felanitx: ausgelassene Stimmung

Das schmucke Städtchen Felanitx (14.000 Ew) verteilt sich über vier Hügel am Rande der Serra de Llevant- umgeben von Weinbergen und Feldern mit fruchtbarer rotbrauner Erde. Jene 25 teilweise verfallenen Windmühlen erinnern an eine Zeit, als mit ihrer Hilfe Wasser für den Obst – und Weinanbau hochgepumpt wurde. Noch heute werden in diesem von der Natur reichlich begünstigten Landstrich Kapern und Aprikosen geerntet. Beliebt ist auch die Weißwein - Marke Son Burguera, die nur in den örtlichen Geschäften zum Kauf angeboten wird. Einen sehr guten Ruf haben sich die Handwerker erworben. Zu ihren Spezialitäten gehört die Herstellung von Azulejo-Keramikfliesen, das sind buntbemalte und glasierte Kacheln mit Hausnummern oder Bildern - ein beliebtes Mallorca-Souvenir. Sie werden in verschiedenen Geschäften angeboten. Es lohnt sich also, durch die mittelalterlich anmutenden Gassen zu streifen. Jeden Sonntagvormittag, wenn der bunte Wochenmarkt Tausende Besucher in die Stadt lockt, herrscht rund um die imposante Pfarrkirche „Sant Miquel“ und in der Markthalle ausgelassene Stimmung. Dabei sollte man nicht den außergewöhnlichen Margareten- Brunnen auf der „Placa de Sant Fonde de Santa Margalida“ übersehen. Einer Legende nach versiegt das Wasser nie. Außerdem symbolisiert er die ewige Liebe. Auf der Placa Espana mit seinen zahlreichen Bars, Cafes und Restaurants ist immer was los. Unter Palmendächern schmeckt das Bocadillo noch mal so gut.

Die Einwohner gelten als weltoffen und kunstverliebt. Wohl darum konnten sich in Felanitx Künstler verschiedener Gattungen eine starke Präsenz schaffen. Dazu zählen der Maler Jaume Prohens sowie der Schriftsteller Arnau Pons.

Das Meer mit malerischen Buchten wie der Cala Ferrera oder s´Algar ist nur wenige Kilometer entfernt. Zwischen Felanitx und Port Colom liegt Prohenc, eine Hügellandschaft, die Toscana-Feeling auslöst. Aus diesem Grunde ist diese Location wegen ihrer Blickvielfalt bei Fincabesitzern sehr beliebt. Ein faszinierender Ausflugsort ist das 8 km südöstlich gelegene Castell de Santueri. Es handelt sich um Überreste von drei großen Festungsanlagen. Von hier aus eröffnet sich ein Blick über die gesamte Südwestküste. Nur 4 km östlich der Stadt liegt der Berg Sant Salvador (506 m) mit der gewaltigen Wallfahrtskirche Santuari de Sant Salvador, die im Jahre 1348 errichtet wurde und ebenfalls einen phantastischen Weitblick bietet.

Binissalem: viele Weinproben

Binissalem ist das Weinanbaugebiet der Insel. Als einzige Region Mallorcas dürfen die Weine hier die Ursprungsbezeichnung „Denominació de origen“ tragen. Der Ort steht komplett unter Denkmalschutz. Dennoch: Bis auf die von Platanen gesäumte Placa, in deren Mittelpunkt die Kirche Nostra Senyora de Robines steht, sowie dem Tor Cas Capità Bissó , das einst zu einem Herrenhaus gehörte, bietet das Städtchen kaum Attraktionen. Ausnahmen sind einige Veranstaltungen. Ein Ereignis, das Gäste aus ganz Mallorca anzieht, ist die Festa des Vermar (immer am letzten Sonntag im September). Zu diesem Weinlesenfest werden die Strassen bunt geschmückt, es gibt Umzüge, Musik und Tanz und natürlich viele Weinproben.

Es ist ein beschaulicher Ort mit 5.000 Einwohnern. Die meisten Wohnhäuser sind aus dem so genannten Binissalem-Stein gebaut. Natursteinhäuser bestimmen das Bild auf den zahlreichen Hanglagen im Umfeld und eröffnen spektakuläre Blicke über die wunderschöne Weingartenlandschaft. Zur Gemeinde gehören drei Hügel. Der höchste ist der Penyal de Bous mit 408 Metern, der niedrigste ist der Sa Talaia mit 309 Metern.

Sineu: adeliges Antlitz

Sineu (ca.4000 Einwohner) hat viele Gesichter. Da ist der berühmte Mittwochsmarkt. Verkauft wird frisches Obst und Gemüse, Käse, leckere Würste wie Chorizo aber auch Keramik und jede Menge Vieh. Das Flair ist unvergleichlich. Wer sich in den engen, mittelalterlich anmutenden Gassen hungrig gewandert hat, kann in den zahlreichen Cafes, Tapas- Bars oder Restaurants für sein leibliches Wohl sorgen. Sineu ist das Zentrum der Insel und seine Geschichte reicht Jahrhunderte zurück. Diese von sanften Hügeln umgebene Lage faszinierte sowohl den maurischen Emir Mubaxir ( er starb im Jahre 1114) und später auch König Jaime II. (1319-1523). Während der Emir ein Stadtschloß bauen ließ, veranlasste der König auf dessen Basis den Bau des Palastes der Könige von Mallorca. Nach deren Verschwinden wurde das Gebäude den Monjas Concepcionistas (Konvent der Guten Frauen der Unbefleckten Empfängnis) übergeben. Den mehrfach renovierten Palast betreibt der Orden heute noch. Ein echter Blickfang ist die Pfarrkirche Santa Maria la Mayor. Ganz gleich, von welcher Himmelsrichtung man Sineu anfährt, ihre Silhouette überragt alles. Wer sich der im gotischen Stil errichteten Kirche vom Hauptplatz aus über die Freitreppe nähert, trifft auf den geflügelten Löwen. Er erinnert an den Schutzpatron, den Heiligen Markus. Eine weitere Besonderheit sind die Windmühlen. Von den einst 19 Bauwerken wurden 14 erhalten. Auch an den übrigen Wochentagen pulsiert das Leben. Es gibt wohl kaum ein anderes Dorf auf der Insel, in dem die Lebensfreude derart im Mittelpunkt steht - sowohl im Sommer wie im Winter. Auch Kunstliebhaber kommen auf ihre Kosten. Seit 1988 dient der schön renovierte Jugendstilbahnhof mit dem Namen S´Estació als Galerie. Sie zählt jährlich bis zu 40.000 Besucher. Neue Ausstellungen finden alle zwei Monate statt. Ebenso inspirierend ist ein Besuch im Atelier des Dorfkünstlers Ricardo Gago. Neben erotischen Malereien fertigt er Skulpturen in Bronze sowie bäuerliche Figuren aus Terrakotta.
Wie in einem Spinnennetz fließen in Sineu zahlreiche Straßen aus allen Himmelsrichtungen zusammen. Diese optimale Anbindung findet eine sinnvolle Ergänzung in der Bahnstrecke von Palma über Inca nach Manacor. In jede Richtung verkehrt stündlich ein Zug. Außerdem fahren noch Busse in die Dörfer der näheren Umgebung. Drei Supermärkte, mehrere Zeitungsläden und Banken, Blumen- und Keramikgeschäfte sowie Bäckereien garantieren eine optimale Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs

Porreres: idealer Mix aus Kultur und Natur

Inmitten sanfter Hügel, umgeben von Mandel- , Aprikosen- und Orangehainen, liegt Porreres. Sonne, Ruhe, Leben lautet hier die Devise. Fernab der Hauptverkehrsachsen, ist das Städtchen mit seinen 5400 Einwohnern dennoch über zahlreiche kleinere Straßen gut angebunden. Es Trenc - den schönsten Strand der Insel oder die Hauptstadt Palma erreicht man mit dem Auto in 20 Minuten. Das Zentrum wird vom mächtigen Kirchengebäude der Nostra Senyora de Consolació bestimmt. Schräg gegenüber liegt die hübsche Placa de la Vila mit dem Rathaus. Cafes und Restaurants laden zum Verweilen ein. Jeden Dienstag findet auf diesem Platz ein bunter Wochenmarkt statt. Ein Wegweiser führt durch die verwinkelten Gassen zum “Museu i Fons Artistic” in dem Gemälde und Keramiken von Künstlern ausgestellt sind, die aus Mallorca stammen oder auf der Insel gelebt haben. Inselweit berühmt und beliebt sind die getrockneten Aprikosen (Orejones) aus Porreres. Die Ebene des Pla de Mallorca ist ideal für den Anbau dieser fleischigen Frucht mit den angenehmen Geschmacksnoten. Die frühesten Sorten reifen schon Ende Mai und einen Monat später steht das Dorf ganz im Zeichen der Aprikose. Dann werden in einem Wettbewerb die wohlschmeckendste Aprikosenmarmelade und das attraktivste Aprikoseneis prämiiert. Eine geradezu ideale Mixtur aus Natur und Kultur wird dem Besucher der Bodega des Winzers Jaume Mesquida präsentiert. Er produzierte als erster Mallorquiner neben sehr gutem Wein auch Sekt nach katalanischer Tradition – den Cava. Seine Weine gedeihen in südwestlich gelegenen Lagen auf Ton-, Lehm- und Kalkböden. Zum Einsatz kommen Rebsorten aus denen die sortenreinen Chardonnay-, Merlot-, Cabernet- und Prensal Blanc-Weine in höchster Qualität und nach ökologischen Gesichtspunkten kreirt werden. Jeder Raum ist liebevoll in Szene gesetzt ist und die farbenfrohen Etiketten auf den Weinflaschen machen schon beim Draufschauen neugierig auf den Inhalt.

Ärzte, Apotheken, Banken, Post, drei Supermärkte und viele kleine „Tante-Emma“-Läden garantieren eine gute Versorgungsinfrastruktur. Schließlich gelten die „Porrerencs“ als freundliche und aufgeschlossene Mallorquiner, die eine gute Nachbarschaft pflegen und „Neubürger“ gerne an ihren vielfältigen Traditionen teil haben lassen.

Blütenmeertraum auf Mallorca

Wer den nordeuropäischen Winter vergessen und entspannt in ein rosaweißes Blütenmeer eintauchen will, kann sich diesen Traum von Mitte Februar bis Mitte März auf Mallorca erfüllen. Dann verzaubern Millionen blühende Mandelbäume die reizvolle Landschaft der Mittelmeerinsel. Wir steigen im Dorf Sineu auf das Rad und nehmen die Landstraße nach Llubi. Man muß nicht viel treten, denn es geht leicht bergab. In der Ferne türmen sich die Gipfel der Tramuntana vor einem strahlend blauen Himmel auf. Links und rechts hinter den Steinmauern entfaltet sich das Naturschauspiel. Ein lieblicher Duft begeistert die Sinne. Schmetterlingen ähnlich schweben die Blüten durch die Lüfte.

Am nächsten Tag wandern wir die Trockenmauerroute GR 221 von Deia nach Soller. In der Sonne wirken die hundert Grüntöne der Oliven- und Orangenhaine besonders kräftig. Und dann erstrahlt vor dem tiefblauen Meer plötzlich ein Mandelbaum ganz in weiß. Unvergessliche Eindrücke!

Wer eine Autotour bevorzugt, sollte die Route von Andratx über Es Capdella
nach Calvià wählen. Vor der beeindruckenden Bergkulisse wirken die
Mandelhaine besonders attraktiv.
“Das beste Aroma haben die rosefarbenen Mandelblüten”, meint Miguel Angel Benito aus Pont d’Inca. Er muß es wissen, denn mit seinem Bruder Sebastian stellt er das “Flor d’Ametler” her, das einzigartige Mandelbaumparfüm der Insel. Für die Herstellung werden etwa 200 000 Blüten benötigt - alle von Hand gepflückt. Das Rezept für das Duftwasser stammt noch aus den 30er Jahren und wird sorgsam gehütet. Mehr dazu auf http://www.flordametler.com.

Die mallorquinische Mandelwirtschaft ist kein einträgliches Geschäft. Gegen die kalifornischen Massenproduzenten kann sie sich auf dem Weltmarkt nur
schwer behaupten, denn auf Mallorca ist die Ernte in der Regel Handarbeit. Im
Spätherbst werden die reifen Früchte mit langen Stangen von den Bäumen
geschlagen, in einem Netz gesammelt und weiter von Hand verarbeitet. In
Kalifornien wird maschinell geerntet und verarbeitet. Dank ausgiebiger
Düngung und Bewässerung können dort auf einem Hektar Anbaufläche 1000
Kilogramm Mandeln geerntet werden. Das Ergebnis sind relativ
geschmacksneutrale Normmandeln. Den Qualitätsvergleich muß die
mallorquinische Mandel darum nicht fürchten. Wegen ihres höheren Fett- und Zuckergehalts entfaltet sie einen unvergleichlichen Geschmack. Wer
garantierte Qualität sucht, sollte auf den Markennamen „Ametla Mallorquina“ achten. Dahinter steht die „Vereinigung zur Förderung der Mallorquinischen andel“, der 3.000 Bauern angehören.

Auch in der heimischen Küche wird die Mandel vielfältig eingesetzt. Auf der
Speisekarte in den dörflichen Restaurants findet man zum Beispiel süße
Köstlichkeiten wie der Mandelkuchen “Gato de Almendra”. An heißen Tagen ist das Mandeleis sehr beliebt. Schließlich werden in zahlreichen Läden der Insel Mandellikör, Mandelcrème, Mandelkonfitüre, kandierte Mandeln und Mandelöl angeboten.

Betörende Duftnoten

Umrahmt von majestätisch aufragenden Bergmassiven liegt idyllisch eingebettet das Städtchen Soller in einem Talkessel. Im Frühjahr erfreuen sich die Besucher über den Rausch aus einer Vielzahl von Grün-, Gelb- und Orangetönen. Und wer die betörenden Duftnoten der blühenden Orangenbäume einfangen will, sollte mit der historischen Straßenbahn – bisweilen auch als „Orangen- Express“ bezeichnet – von der Plaça de sa Constitució, dem Hauptplatz von Sóller, mit den offenen Sommerwagen in den Hafen fahren.

Im Umfeld der Stadt wurden etwa 120 000 Orangenbäume angepflanzt. Das klimatisch besonders geeignete „Tal des Goldes“ wird durch den Wasserreichtum des Tramuntana Gebirges begünstigt. Hier gedeihen die schmackhaftesten und besten Sorten der Insel. Die meisten werden auf den Wochenmärkten zum Kauf angeboten.

Doch Orangen wachsen nicht nur in Soller. Wer über die Insel fährt, entdeckt überall kleinere oder größere Orangenhaine. Leider vergammeln einige dieser edlen Früchte auf der Erde. Das hat einen einfachen Grund: abernten, transportieren, Baum- und Bodenpflege plus Wässern verschlingen höhere Kosten als der erzielbare Preis.

Nur langsam wird die Frucht von der Tourismusbranche entdeckt, denn Orangen sind - wie das Beispiel Soller zeigt - zweifellos auch ein Kulturgut der Insel. Vor allem aber: die Orangenblüte folgt beinahe nahtlos der Mandelblüte.

Tipps für den Einkauf auf Mallorcas Märkten:

Die Valencia Late hat ein mittelgroßes elliptisches Blatt und weiße, stark duftende Blüten. Die Früchte sind rundlich und das hellorange saftige Fleisch schmeckt angenehm süß-sauer. Vorteil: nur wenige Kerne. Reifezeit auf Mallorca: November bis Juni.

Die Navel Late ist wegen der weiteren kleinen Frucht innerhalb der Hauptfrucht leicht zu erkennen( „Navel“ ist das englische Wort für Nabel). Diese Orange ist mittelgroß mit fester Schale, das Abschälen ist mitunter beschwerlich, doch ist sie gelöst wird man mit einem sehr feinen Fruchtfleisch und einem hohen Zuckeranteil belohnt. Auch diese Orange hat nur wenige Kerne. Reifezeit auf Mallorca: Februar bis April.

Canoneta. Diese für Soller typische Orangenart ist süß, hat mit 55 Prozent einen hohen Saftanteil und schmeckt wundervoll. Sie ist relativ klein und hat eine dünne Schale. Geerntet wird von Ende Februar bis Mai. Aus den Schalen wird der Likör Angel D’Or hergestellt.

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